Sicher unterwegs bei Schnee und Eis

Seit einigen Tagen sind die Vorboten des Winters in ganz Deutschland zu spüren. Nachttemperaturen unter dem Gefrierpunkt, dazu immer wieder leichter Schneefall, glatte Straßen und dichter Nebel. Verkehrsunfälle wegen nicht angepasster Fahrweise und falscher Einschätzung der Wetterlage häufen sich in dieser Jahreszeit. Damit Sie mit Ihrem Fahrzeug sicher durch den Winter kommen, haben wir einige Tipps zusammen gestellt.

Vor der Fahrt

Bevor Sie mit Ihrem Fahrzeug in den Winter starten, sollten Sie einige wesentliche Punkte prüfen:

* Ist der Kühler-Frostschutz für Ihr Fahrzeug noch ausreichend? Prüfen können Sie dies bei Ihrer Werkstatt und an den meisten Tankstellen.

* Wurde ein Frostschutz für die Scheibenreinigungsanlage eingefüllt? Achten Sie beim Einfüllen auf die richtige Mischung.

* Ist die Beleuchtung des Fahrzeuges in Ordnung? Auch hier hilft Ihnen Ihre Kfz-Werkstatt.

* Sind die Wischerblätter des Fahrzeugs in Ordnung? Ersetzen Sie schmierende Scheibenwischerblätter umgehend durch neue. Nur so ist eine einwandfreie Sicht gewährleistet.

* Ist die Batterie des Fahrzeugs noch in Ordnung? Prüfen lassen können Sie dies ebenfalls bei Ihrer Werkstatt. Sofern die Batterie zu schwach ist, lassen Sie diese tauschen oder nachladen.

Was auf jeden Fall in Ihr Fahrzeug gehört:

* Eiskratzer: Legen Sie auch einen zweiten Eiskratzer und Enteisungsspray außerhalb Ihres Fahrzeugs bereit.
* Wolldecke oder Wärmefolie falls Sie in einen Stau geraten
* Besen, um das Fahrzeug vom ersten Schnee zu befreien.

Sollte Ihr Fahrzeug nicht in einer Garage stehen, sind Halbgaragen und Thermofolien empfehlenswert. So können Sie Ihr Fahrzeug entweder komplett abdecken oder Ihre Windschutzscheibe vor Frost und Eis schützen. Fündig werden Sie zum Beispiel im Kfz-Fachhandel.

* Informieren Sie sich vor der Fahrt über die Wetterlage. Planen Sie je nach Wetterlage mehr Zeit für Ihre Fahrt ein.

Winterreifen

Das Profil ist entscheidend

Die am 1. Mai 2006 in Kraft getretene Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass Fahrzeuge den Witterungsverhältnissen anzupassen sind. Dazu gehört in erster Linie die Umrüstung auf Winterreifen. Diese sind in der kalten Jahreszeit unverzichtbar. Wer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert eine Strafe von 40 Euro Bußgeld und einen Punkt in der Verkehrssünder-Datei in Flensburg. Außerdem kann Ihre Kfz-Versicherung im Schadenfall Probleme machen.

Wann sollte auf Winterreifen gewechselt werden?
Hier gibt es keinen festgelegten Zeitraum. Jedoch hat sich O bis O-Regel bewährt. Das heißt von Oktober bis Ostern sollten Sie Ihr Fahrzeug mit Winterreifen fahren.

Wo sollte das Reifenpaar mit dem besseren Profil montiert werden?
Auf Vorder- und Hinterreifen wirken unterschiedlich große Kräfte. Montieren Sie deshalb das Räderpaar mit dem besseren Profil auf die Hinterachse. Zu wenig Grip an den Hinterrädern kann zum Ausbrechen des Fahrzeuges führen, was wesentlich schwieriger zu kontrollieren ist als ein Untersteuern.

Welche Profiltiefe sollten die Reifen besitzen?
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Profiltiefe für Reifen beträgt 1,6mm. Der ADAC empfiehlt allerdings, Reifen unter einer Profiltiefe von 4mm nicht mehr für den Wintereinsatz zu verwenden.

Wie werden Reifen durchgewechselt?
Wechseln Sie im folgenden Winter immer Reifenpaare! Das heißt die hinteren Räder auf die Vorderachse, die vorderen auf die Hinterachse.

Unterwegs

Dichter Nebel

* Säubern Sie Ihr Fahrzeug gründlich von Eis und Schnee. Ein kleines Guckloch reicht auf keinen Fall aus, um sicher fahren zu können. Werden Sie mit einem Guckloch erwischt, müssen Sie mit einer Strafe von 35 Euro rechnen. Ebenso kann es bei einem Unfall zu Konsequenzen mit Ihrer Kfz-Versicherung kommen. Wenn Sie mit einem nicht ausreichend enteisten Fahrzeug einen Unfall verursachen, haben Sie die Kosten selbst zu tragen.

* Fahren Sie Ihren Motor warm! Im Stand warmlaufen lassen bringt keine Vorteile, da sich der Motor langsamer erwärmt und der Kühlkreislauf somit weniger Wärme an die Lüftungsdüsen abgeben kann. Zudem schädigen Sie die Umwelt durch Abgase und unnötigen Benzinverbrauch

* Bei schlechten Sichtbedingungen und glatten Straßen gilt generell: Passen Sie Ihre Fahrweise an das Wetter an. Denken Sie an längere Bremswege und an den plötzlich aus dem Nebel auftauchenden Vorausfahrenden. Halten Sie mehr Abstand zu Ihrem Vordermann. Der ADAC empfiehlt bei 100 Metern freie Sicht eine Geschwindigkeit von ca. 80 km/h, bei 150 Metern etwa 100 km/h. Orientieren können Sie sich an den Leitpfosten entlang der Fahrbahn. Diese sind im 50-Meter-Abstand aufgestellt. Können Sie nur einen Pfosten erkennen, sollten Sie nicht schneller als 50 km/h fahren.

* Schalten Sie bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h und/oder dichtem Nebel die Nebelschlussleuchte Ihres Fahrzeugs ein.

* Schalten Sie auch am Tag das Abblendlicht Ihres Fahrzeugs an. So können Sie andere Verkehrsteilnehmer früher erkennen.

Autopanne

Auch das beste Fahrzeug kann durch eine Panne liegen bleiben. Wichtig ist: Bewahren Sie Ruhe. Es besteht kein Grund zur Hektik.

* Schalten Sie bei einer Fahrzeugpanne die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeugs an.

* Wenn Sie Ihr Fahrzeug verlassen, achten Sie unbedingt auf den nachfolgenden Verkehr. Stellen Sie das Warndreieck in einer Entfernung von etwa 100 Metern (Autobahn 150 bis 250m) hinter dem Fahrzeug auf.

* Rufen Sie den Pannendienst. Sollten Sie kein Mobiltelefon zur Hand haben, weisen Ihnen die Leitpfosten am Fahrbahnrad denn kürzesten Weg zur nächsten Notrufsäule. Auf diesen ist ein Pfeil angebracht, der in die Richtung der Notrufsäule zeigt.

* Warten Sie hinter der Leitplanke (sofern vorhanden) auf den Pannendienst.

So kommen Sie auch im Winter sicher an Ihr Ziel.

Danke an die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Oberkochen, die mir diesen Text zur Verfügung gestellt haben!
Mark Krumbiegel, 24.11.2008

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.