
13. Juli 2010 um 18:49
93 Mann auf verlorenem Posten
Kreis Borken. „Retten, löschen, bergen, schützen“: Unter diesem Motto sind kreisweit rund 3700 Feuerwehrleute Tag und Nacht unterwegs. Am vergangenen Samstag durften 93 Vertreter bei der zweitägigen Großübung der Bezirksregierung Münster im Kreis Steinfurt (wir berichteten) weder retten, noch bergen, löschen oder schützen. Man hatte sie offenbar weitestgehend vergessen.
„Das ist verflixt ärgerlich“, sagte Thesing. Dies umso mehr, als die Einsatzleitung bei der Großübung „händeringend Leute gesucht“ habe. „Unsere Einheit ist im Papierkrieg stecken geblieben“, so der Heidener. Dafür hätten sich die Einsatzleitung und Vertreter der Bezirksregierung später „10.000 Mal entschuldigt“. Thesing möchte das Verhältnis zu den Behörden in Münster auch nicht getrübt wissen, sei aber mit seinen Leuten gemeinsam abgereist: „Meine Mannschaften sind das Rückgrat.“ Für seine Männer hat er auch Verständnis: „Viele haben sich dafür frei genommen.“ Für ihn steht eins fest: „Wir haben eine super Truppe.“
Schilderungen eines westmünsterländer Feuerwehrmannes zu Folge seien die Einsatzkräfte aus dem Kreis Borken zwar zwei Mal zu Einsatzorten der Übung am Flugplatz und bei einem Waldbrand geschickt worden, „Als wir dort ankamen, waren die anderen Kräfte bereits am Abbauen“, schildert ein Beteiligter. „Die Übung war eine Katastrophe“, schreibt er.
Sigrun Rittrich, Sprecherin der Bezirksregierung Münster, sagte, dass man seitens ihrer Behörde den Ärger der Helfer sehr gut verstehen könne. Sie drückte ihr Bedauern aus. Gleichwohl sei die Tatsache, dass die Einsatzkräfte aus dem Kreis Borken den Tag weitgehend im sogenannten Bereitstellungsraum verbracht hätten, kein Problem der gesamten Organisation gewesen. Man werde jetzt genau analysieren, was wie abgelaufen sei. So bedauerlich das Ganze auch sei: „Dafür sind Übungen da“, so die Behördensprecherin.
Bei der von der Bezirksregierung Münster, dem Kreis Steinfurt und der Bundeswehr auf dem ehemaligen Nato-Stützpunkt in Hörstel-Dreierwalde simulierten Großeinsatz hatten rund 750 Einsatzkräfte aus dem gesamten Münsterland teilgenommen.