Sicher durch den Herbst

Gefahren im Herbst

Die Abende werden länger, die Nächte kälter und die Blätter der Bäume färben sich bräunlich. Die Vorboten der herbstlichen Jahreszeit bergen gerade für Autofahrer viele Gefahren. Nasse, mit Laub bedeckte Straßen, morgendlicher Raureif und Nebel führen Jahr für Jahr zu schweren Unfällen. Auch Unfälle in Zusammenhang mit Wildtieren häufen sich. Auf dieser Seite finden Sie einige Tipps, die Ihnen den Start in den Herbst erleichtern.

Fahrzeug prüfen und Fahrstil anpassen

Einige Handgriffe sollten Sie bereits vor Herbstbeginn erledigt haben:

1.) Wenn die Temperaturen sinken, haben Sie durch Winterreifen einen erheblichen Haftungsvorteil auf nassen und mit Raureif bedeckten Straßen. Es gibt keinen festen Zeitpunkt, wann Sie auf Winterreifen wechseln sollten, jedoch hat sich die „O bis O-Regel“ bewährt. Das heißt, von Oktober bis Ostern (ca.) sollten Sie Ihr Fahrzeug mit Winterreifen fahren. In jedem Fall ist es ratsam, lieber zu früh als zu spät auf die passende Fahrzeugbereifung umzusteigen.

2.) Welche Profiltiefe sollten die Reifen besitzen? Die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Profiltiefe für Reifen beträgt 1,6mm. Der ADAC empfiehlt allerdings, Reifen unter einer Profiltiefe von 4mm nicht mehr für den Wintereinsatz zu verwenden.

3.) Lassen Sie die Lichtanlage (Abblendlicht, Fernlicht, Warnblinkanlage) und Scheibenwischerblätter Ihres Fahrzeuges frühzeitig (z.B. mit dem Wechsel auf Winterreifen) auf ordnungsgemäße Funktion überprüfen. Schalten Sie das Abblendlicht bei trübem Wetter ein. So können Sie andere Verkehrsteilnehmer besser erkennen. Eine funktionstüchtige Scheibenwischeranlage ist für die nasse Jahreszeit unerlässlich.

4.)Auch sollten Sie Ihren Fahrstil an die herbstliche Wettersituation anpassen. Vermeiden Sie abruptes Beschleunigen und Bremsen auf nassen Straßen. Halten Sie ausreichend Abstand zu Ihrem Vordermann. Die Faustregel „Abstand = ½ Tacho“ gilt auf nassen Straßen nicht mehr.

5.) Legen Sie einen Schwamm bzw. ein Tuch bereit, um beschlagene Fahrzeugscheiben zu säubern.

Wildwechsel – das sollten Sie wissen…

Achtung! Wildwechsel

– Im Herbst müssen Sie bedingt durch die Brunftzeit verstärkt mit Wildwechsel rechnen. Gerade in Waldgebieten und in Senken kreuzen verstärkt Tiere die Fahrbahn. Entsprechende Hinweisschilder („Achtung Wildwechsel“) warnen Sie frühzeitig. Denken Sie auch daran, dass nach einem ersten Wildwechsel weitere Tiere folgen könnten.

– Wenn Sie ein Tier noch rechtzeitig erkennen können, verringern Sie Ihre Geschwindigkeit und hupen Sie gegebenenfalls.

– Können Sie einem Tier nicht mehr ausweichen, „verreißen“ Sie nicht das Lenkrad nach links oder rechts. Bremsen und fahren Sie geradeaus weiter.

– Haben Sie ein Tier angefahren, sichern Sie unbedingt die Unfallstelle mit Hilfe der Warnblinkanlage und des Warndreiecks ab. Ziehen Sie das Tier an den Fahrbahnrand. Verwenden Sie dazu in jedem Fall Handschuhe! Informieren Sie unbedingt die Polizei über den Unfall. Diese informiert dann den zuständigen Jäger bzw. Forstamt. Es ist nicht erlaubt, das Tier mitzunehmen!

Nebel – Runter vom Gas!

Achtung! Nebel

Ein weitere Gefahr die verstärkt im Herbst auftritt sind Nebel bzw. Nebelbänke.

– Bremsen Sie auf keinen Fall abrupt vor einer Nebelbank. Dies kann zu einem Auffahrunfall mit dem Hinterherfahrenden führen! Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an und rechnen Sie mit weiteren schlecht sichtbaren Verkehrsteilnehmern wie Radfahrern oder Fußgängern.

– Orientieren Sie sich auf gar keinen Fall an der Nebelschlussleuchte ihres Vordermannes!

– Bleiben Sie immer bremsbereit.

– Die Nebelschlussleuchte darf erst bei einer Sichtweite unter 50 Metern bzw. unter einer Geschwindigkeit von 50 km/h eingeschaltet werden. Orientieren Sie sich hierbei an den Fahrbahn-Leitpfosten. Diese sind im 50-Meter-Abstand aufgestellt.

– Verwenden Sie die Nebelschlussleuchte auf keinen Fall einer guten bis sehr guten Sichtweite. Dies kann den hinter Ihnen fahrenden blenden.

Straßenverhältnisse

Vorsicht wenn Laub auf der Straße liegt.

Auch die Fahrbahn kann im Herbst ganz „eigene“ Beschaffenheiten annehmen:

– Laub: Herabgefallenes Laub macht die Fahrbahn rutschig. Fahren Sie daher vorsichtig über mit Laub bedeckte Straßen.

– Aquaplaning: Durch starken Niederschlag kann sich auf der Fahrbahn Aquaplaning bilden. Bei zu hoher Geschwindigkeit kann das Fahrzeug aufschwimmen (Wasserglätte). Verringern Sie auch in diesem Fall die Geschwindigkeit. Positiv wirkt sich eine gute Reifen-Profiltiefe aus.

– Frost: Auch der erste Frost ist im Herbst oft ein Problem, das zu schweren Unfällen führt. An schattigen Stellen (Waldgebiete) ist daher ganz besondere Vorsicht geboten.

Danke an die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Oberkochen, die mir diesen Text zur Verfügung gestellt haben!
Mark Krumbiegel, 15.10.2008

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