Rettungswege freihalten

Augen auf beim Parken

(Quelle:Schulenkorf) Man stelle sich vor: Es brennt und keiner kann schnelle Hilfe bringen. Ein Notfallpatient wartet auf den Rettungswagen und kann die Einsatzstelle nicht erreichen. – Das gibt es nicht, denken Sie – doch das gibt es. Gedankenlos geparkte Autos und Verkehrsschilder verlangen von den Einsatzfahreren Millimeterarbeit, wie die Männer von der Freiwilligen Feuerwehr und dem Rettungsdienst des DRK wissen. „Nadelöhre“ gibt es in Gescher viele, wie jetzt eine Testfahrt der Feuerwehr gezeigt hat. Besonderer Knackpunkt sind die aufgestellten „30-Km-Zonen-Schilder“. „Im Notfall müssten wir diese mit unseren Fahrzeugen umlegen“ sagt Stadtbrandinspektor Christian Nolte. Das größte Problem jedoch sind die geparkten Autos. Bei der oft nervtötenden suche nach einem freien Parkplatz werde nicht selten die kleinste Lücke genutzt – nach der Devise „bin ja gleich zurück“. Dabei wird nicht bedacht, dass der Aktionsradius von Feuerwehr-Fahrzeugen überdurchschnittlich groß ist. Versperrte oder eingeengte Zufahrten können bei einem Notfall lebensgefährliche Folgen haben. Die so nötig gewordene Millimeterarbeit erweist sich besonders in Stresssituationen, wie sie bei einem Einsatz zwangsläufig ergeben, als besonders schwierig, weiß der Feuerwehr-Chef.

Unüberlegtes parken

An einem normalen Nachmittag machten die Wehrmänner jetzt die Probe aufs Exempel. Kaum war das Gerätehaus mit dem Tanklöschfahrzeug verlassen, zeigte sich die erste Schwierigkeit für Fahrer Marco Bricke. Er wollte in die Friedensstraße einbiegen. Ein geparkter PKW sowie das 30-Km-Zone“ Schild ließen eine Weiterfahrt nicht zu. „Im Notfall hätte ich das Schild umgefahren“ so Bricke, doch galt es jetzt auf die „Schwachstellen“ hinzuweisen Besonders in den verkehrsberuhigten Zonen wie zum Beispiel am Schüttenkamp, wird es für die Fahrer schwierig. Wendemöglichkeiten gibt es nicht und selbst bei der Einfahrt geht ohne Einweiser kaum etwas. Geparkte Autos bereiten auch in der Innenstadt den Männern der Feuerwehr große Sorge. So wird besonders in den Abendstunden gern schräg gegenüber vom „Glashaus“ geparkt. Für Bricke fast unmöglich ohne „anzuecken“ in den Kirchplatz einzubiegen. Prekär auch die Situation auf der Schützenstraße oder der Katharinenstraße: beidseitig geparkte PKW zwingen zu einer Slalomfahrt und das auf einer direkten Zufahrtsstraße zum Gerätehaus. Mit einem Handzettel versucht die Feuerwehr Verständnis bei den Autofahrern zu gewinnen. „Wenn Sie uns brauchen, kommen wir sofort – vorausgesetzt man lässt uns …“ heißt es auf dem feuerwehrroten A-5 Blatt. Bei den Übungs- und Bewegungsfahrten will die Feuerwehr die Mitmenschen auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. „Uns ist bewusst. Dass wir nicht weisungsbefugt sind, doch appellieren wir an die Vernunft und Einsicht unserer autofahrenden Mitbürger“. So Stadtbrandinspektor Nolte. Die Feuerwehr als auch der Rettungsdienst bitten beim Parken, insbesondere in engen Wohnstraßen, daran zu denken, dass schon in der nächsten Minute lebensrettende Hilfe durch Feuerwehr oder Rettungsdienst oder Feuerwehr vonnöten sein kann. „Man stelle sich vor es brennt, und keiner kann schnelle Hilfe bringen!!!!“

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